Die Fischerei hat eine Zukunft in Schleswig-Holstein

18.06.2026

Es gilt das gesprochene Wort!
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
Schleswig-Holstein ist das Land zwischen den Meeren. Für unsere Fraktion ist das
nicht nur ein schöner Slogan, sondern Ausdruck einer besonderen Verantwortung für
unsere Küsten, unsere Regionen und die Menschen, die dort leben und arbeiten.
Die Antwort der Landesregierung auf die Große Anfrage zur Zukunft und
Existenzsicherung der Fischerei in Schleswig-Holstein zeigt deutlich: Die
Herausforderungen sind groß. Gleichzeitig bekennen wir uns als CDU klar zur
Fischerei – als Wirtschaftszweig, als Teil unseres kulturellen Erbes und als
Identitätsanker unseres Landes.
Fischerei ist weit mehr als ein Berufsfeld. Sie ist gelebte Tradition, sie prägt unsere
Küstenorte und sie steht für eine enge Verbindung von Mensch, Natur und Heimat.
Hinter jedem Kutter und jedem Betrieb stehen Familien, oft über Generationen
hinweg, mit großem Fachwissen und tiefer Verbundenheit zur See. Diese Leistung
verdient Anerkennung – und sie verdient politische Verlässlichkeit.
Die Antwort zur Drucksache 20/4326 macht zugleich deutlich, wie unterschiedlich die
Lage in den einzelnen Bereichen ist: Nordseefischerei, Küsten- und Krabbenfischerei
sowie Aquakultur stehen vor anderen Rahmenbedingungen als etwa die besonders
belastete Ostseefischerei, die Binnenfischerei oder die Teichwirtschaft. Diese
Unterschiede müssen wir ernst nehmen. Eine pauschale Politik wird der Realität nicht
gerecht. Deshalb setzen wir auf passgenaue Lösungen und auf das Prinzip: Schutz
durch Nutzung statt pauschalem Rückzug.

Als CDU verfolgen wir dabei drei klare Leitlinien:
Erstens: Zukunft sichern durch Verlässlichkeit. Unsere Fischer brauchen planbare und
praktikable Rahmenbedingungen, um investieren zu können – in moderne und
nachhaltige Technik, in bessere Vermarktung und in wirtschaftliche Stabilität. Deshalb
setzen wir uns sowohl auf Bundes- als auch auf EU-Ebene dafür ein, Überregulierung
abzubauen und Regelwerke so zu gestalten, dass sie in der Praxis funktionieren und
Perspektiven eröffnen.
Zweitens: Gezielt unterstützen statt mit der Gießkanne fördern. Wir wollen Betriebe
stärken, die sich zukunftsfähig aufstellen: durch Diversifizierung, Direktvermarktung,
Kooperationen mit Tourismus und Gastronomie sowie durch den Ausbau nachhaltiger
Aquakultur. Fischerei ist eben nicht nur Nahrungsmittelproduktion, sondern auch ein
wichtiger Standortfaktor und ein wesentlicher Bestandteil der touristischen Attraktivität
unserer Küstenregionen.
Drittens: Fischerei als Kulturgut bewahren. Wer sich Schleswig-Holstein ohne seine
Fischerei vorstellt, verkennt einen zentralen Teil unserer Identität. Die Kutter in den
Häfen, das Wissen der Fischer, die Verbindung von Fang, Verarbeitung und
regionalem Konsum – all das ist gelebte Kultur. Deshalb werden wir auch künftig
darauf achten, dass die Fischerei in politischen Entscheidungen angemessen
berücksichtigt wird – etwa bei der Ausweisung von Schutzgebieten, beim Ausbau der
Offshore-Energie und in der Förderpolitik des Landes.
Wir wissen, dass viele Betriebe unter erheblichem Druck stehen. Deshalb verstehen
wir die Antwort der Landesregierung nicht als Schlusspunkt, sondern als
Arbeitsauftrag. Es gilt, gemeinsam mit Fischern, Verbänden, Kommunen und der
Wissenschaft an Lösungen zu arbeiten, die wirtschaftliche Perspektiven, ökologische
Verantwortung und den Erhalt dieser Branche miteinander verbinden.
Als CDU – und gemeinsam mit unserer Fischereiministerin Cornelia Schmachtenberg 
sagen wir daher klar: Die Fischerei hat eine Zukunft in Schleswig-Holstein.

Wirtschaftlich tragfähig, ökologisch verantwortungsvoll und kulturell verankert. Wir
stehen zu unseren Fischern. Wir stehen zu unserem maritimen Kulturgut. Und wir
werden auch in Zukunft alles dafür tun, dass dieses Stück Identität unseres Landes
erhalten bleibt und gestärkt wird.