Der wohnungsbaupolitische Sprecher Michel Deckmann erklärte zu Beginn seiner
Rede: „Wir diskutieren heute das Thema „Wohnen für Hilfe“: Was ist das eigentlich?
Am Ende des Tages ist das nichts Neues. Bei diesem Konzept erhalten Menschen
Wohnraum, wenn sie im Gegenzug dazu im Haushalt unterstützen. Das kann
Gartenarbeit, oder Reparaturen, aber auch Einkaufen, Kinderbetreuung oder die
Unterstützung als Fahrdienst sein. Das ist ein Modell, das gut funktionieren kann.
Gleichzeitig glaube ich, muss man auch festhalten: Das ist wirklich längst nicht für
jeden was und vermutlich nichts für die breite Masse.“ Die anerkannte Faustregel,
die hier bei der Berechnung der Leistungen angewendet werde, laute:
ein Quadratmeter Wohnfläche gleich eine Stunde Hausarbeit im Monat zuzüglich
Nebenkosten. Schaue man sich einmal an, welche Angebote es bereits gebe, damit sich
Wohnungssuchende und Menschen, die Hilfe im Haushalt benötigen finden, stelle
man schnell fest, dass es hierfür bereits mehrere Plattformen gebe.
„Das Studentenwerk bietet bereits die Webseite „Wohnen für Hilfe“ an. Auch auf den
Plattformen bring-together.de und auf Kleinanzeigen.de kann man entsprechende
Angebote entdecken.“
Die SPD-Fraktion fordere in ihrem Antrag nun den Aufbau einer eigenen landesweiten
Plattform in Form einer App für genau dieses Thema. „Diese Forderung ist mit Blick auf
die bereits bestehenden Angebote meines Erachtens bereits erfüllt. Auch die Frage, ob
man regionale Beratungsstellen zur Umsetzung dieses Konzepts nutzen und dementsprechend
ganze Beratungsstrukturen aufbauen sollte, ist mir vor diesen Hintergrund doch etwas zu
groß gedacht“, so Deckmann.
Die wichtigste Frage schwebe laut Deckmann außerdem noch über den Dingen.
„Wir haben vorhin miteinander über das Thema Steuern diskutiert. Dabei haben wir
auch über die Situation der öffentlichen Haushalte gesprochen. Außerdem reden wir
regelmäßig über das Thema Aufgabenkritik. Was ist öffentliche Aufgabe? Was muss
der Staat leisten, was sind seine Kernaufgaben? Und wenn wir gegenwärtig schon
Einnahmenherausforderungen haben und unsere Kernaufgaben schon jetzt nur mit
großer Mühe und Not erfüllen können, ist es meines Erachtens nicht der richtige Weg,
sich neue Aufgaben zu suchen.“
Man sollte sich daher auf die Dinge konzentrieren, die nachweislich wirken.
„Wir werden die Wohnraumförderung weiter vorantreiben und stark halten. Das
schafft tatsächlich Wohnraum und erhöht am Ende das Angebot, was wir am
Wohnungsmarkt dringend brauchen. Des Weiteren müssen wir uns über die
Kostenreduktion im Bauen unterhalten. Dies machen wir mit der Änderung der
Landesbauordnung. Das sind letztlich die richtigen Wege, die wir gehen müssen. Der
Aufbau einer landeseigenen App zu diesem Thema ist meines Erachtens die falsche
Herangehensweise. Wir bleiben auf dem richtigen Weg und setzen Prioritäten!“, so
der Abgeordnete.

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